Im Juli 2014 startet die neue Feldenkrais Ausbildung Linz mit der Ausbildungsleitung Angelica A. Feldmann und einem internationalen und erfahreren Trainerteam an der Anton Bruckner Privat Universität in Linz.
Kontakt: www.christophhabegger.com
Im Juli 2014 startet die neue Feldenkrais Ausbildung Linz mit der Ausbildungsleitung Angelica A. Feldmann und einem internationalen und erfahreren Trainerteam an der Anton Bruckner Privat Universität in Linz.
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Ein Erfahrungsbericht von Christoph Habegger, Wien über das Feldenkrais Advanced Training mit Angelica A. Feldmann im Mai 2011
Der Gebrauch unserer Hände ist so selbstverständlich, dass deren feinmotorische Höchstleistung kaum gewürdigt wird. Wir streichen, reiben, ziehen, drücken, drehen, tippen, halten, stoßen, kratzen den ganzen lieben Tag lang. Schon in den ersten Wochen unseres Lebens sind wir damit beschäftigt, die Bewegung der Hände und Finger zu erforschen, sie mit den Augen zu koordinieren, über Selbstberührung Gesicht und Rumpf zu erkunden und kennenzulernen. So lernen wir, nach etwas zu greifen und es zum Mund zu führen (Greifhand) oder aber hinauszureichen, uns im Raum auszuweiten, zu verlängern und zu öffnen (Flughand).
Mit zunehmenden Alter lernen wir, die Hände nicht nur für alltägliche Manipulationen zu nutzen. Sie werden zu einem Ausdrucks- und Gestaltungsmittel. Wir zeichnen, malen, schnitzen, modellieren, musizieren.
Damit unsere Finger und Hände zum unmittelbaren Übersetzer unserer Absichten, Ideen und Sehnsüchte werden können, bedarf es einer klaren, differenzierten Verbindung zu unserem gesamten Selbst. Die Unterarme mit Speiche und Elle, das Drehen und Gleiten des Oberarms im Schultergelenk und der Schultergürtel mit Schulterblättern und Schlüsselbeinen ermöglichen eine Vielfalt an Bewegungsmöglichkeiten. Über den Schultergürtel setzt sich die Bewegungskette fort zu Nacken, Kopf und Augen und damit hin zu unseren Fernsinnen: Sehen, Riechen und Hören.
Des weiteren verbindet der Schultergürtel unsere Hände und Arme mit dem Rumpf. Über die Rippen und das Brustbein synchronisieren sich Atem und Hand-lung. Der Atem als Schnittstelle zwischen Bewusstem und Unbewusstem, zwischen Kognition und Emotion, kann so den Ausdruck unterstützen. Nicht umsonst erleben viele Sängerinnen und Schauspieler die Hände als große Unterstützung ihrer stimmlichen Darstellung.
Eine weitere wesentliche Hilfe erhalten die Hände und Arme vom Becken, den Beinen und den Füssen. Hier entsteht die Verbindung zum Boden, dem Hier und Jetzt. Die Aufrichtekraft der Beine kann sich über den Rumpf nach oben hin fortsetzten und die Arme tragen. Hier entsteht das Bild der Flügel, die mit unserem Oberkörper verschmelzen und eine kraftvolle Einheit bilden.
Im Gegensatz zu einer Gliederpuppe hören Hände und Flügel also nicht bei den Schultern auf. Ganz im Gegenteil: sie sind vernetzt von Kopf bis Fuß und wirken weit nach innen.
Diese Zusammenhänge, angefangen vom feinen Detail hin zum großen Ganzen, hat uns Angelica Feldmann in ihrem Advanced Training erfahren und verstehen lassen. In gewohnt spielerischer Manier verwob sie Gruppenlektionen mit Partnerübungen, angewandte Anatomie mit Funktionaler Integration, Wahrnehmungsexperimente mit Selbstreflexion.
von Christoph Habegger , Wien
„Aufrechtsein bedeutet die Unversehrtheit der inneren, tragenden Räume.“ Dieses Zitat von Stanley Keleman begleitete uns durch das zweite Advanced Training von Angelica Anke Feldmann in Wien.
Das Advanced Training verstand sich als Fortsetzung und Vertiefung der letztjährigen Arbeit mit dem Thema „Der innere Halt - Stabilität versus Rigidität“. Ging es vor einem Jahr um innere Länge und Halt bei gleichzeitiger äußerer Gelassenheit und Flexibilität, stand diesmal das Räumliche im Vordergrund. Seine Bedeutung für Aufrichtung, Kraft und Ausdruck sollte sich in den drei Tagen Schicht für Schicht - oder eben Ebene für Ebene - für uns erschließen.
In seinem Buch „Das starke Selbst“ widmet Moshé Feldenkrais ein Kapitel der Bedeutung von Becken und Unterleib sowie deren Beziehung zum Kopf. Es geht ihm dabei in erster Linie um die Vermeidung parasitärer Kontraktion und die Förderung parasympathischer Dominanz, soweit dies absichtlich überhaupt möglich ist.
Angelica Anke Feldmann bot eine Vielzahl an Anregungen, sich den Diaphragmen und Körperräumen anzunähern. Sie kombinierte spielerisch und abwechslungsreich Textpassagen, ATM, Demonstrationen am Skelett, FI, Vorstellungsbilder und Bewegungsexperimente.
Besonders eindrücklich war ein Experiment mit dem Partner: Die inneren Räume einnehmen und dem Druck des Partners eine vitale Kraft entgegensetzen. Spielend mit den Nuancen zwischen Aufrechtsein, kollabieren oder aufplustern, loteten wir den schmalen Grat zwischen Unter- oder Überspannung, resp. lebendiger Tonisierung aus.
Atem und Stimme, beides raumdefinierende, dreidimensionale Innenbewegungen, boten eine weitere Hilfe. Der Luftballon wurde zum Resonanzraum, dessen Schwingung sich auch in uns ausbreitete. Die „inneren Kathedralen“ wurden mit Klang erfüllt. Die gleitende Stimme schließlich verband sie. Für unseren Partner wurde die Veränderung in der Klangfarbe und der Schwingungsbereitschaft unserer Stimme spür-, sicht- und hörbar.
Wie der Koan eines Zen-Meisters erschließt sich der eigentliche Sinn dieses Satzes, seine wesentliche Funktion, nur intuitiv, ohne Worte. Für uns wurde er in diesem Advanced Training wieder erfahrbar. Mit vielen Anregungen für Körper, Geist und Seele. Eine humorvolle, unprätentiöse Weghilfe zu einem aufrechten Sein.
Im April fand das 2. Segment der Feldenkraiskrais Ausbildung Bern statt. Die erste Woche leitete Paul Newton aus Paris, Feldenkrais Trainer, zusammen mit dem Ausbildungs Team Cathie Krieger und Marianne Lacina.
Im Mittelpunkt stand die Serie "Die Beckenuhr" aus dem Material der Amherst Ausbildung von Moshe Feldenkrais. In vielen Variationen wurde in Praxis und Theorie die Verbindung von Becken, Hüftgelenken, Wirbelsäule und Kopf erforscht und in alltägliche Bewegungen übertragen. Das Unterrichten von Bewusstheit durch Bewegungslektionen wurde eingeführt, auch mit theoretischen Aspekten und Strategien wie Beschränkung, Differenzierung, Vervollständigung des Körperbildes etc.
Die zweite Woche leitete Angelica Anke Feldmann, hier standen im Mittelpunkt Lektionen von Moshe Feldenkrais aus seiner San Francisco Ausbildung, genannt "Reaching like a skeleton". So richtig zu den Knochen ging es dann auch, als Markus Böhmer, Bildhauer und Bewegungslehrer aus Basel am Mittwoch morgen für drei Stunden "Plastisches Erleben der Knochen in Form und Funktion" anleitete. Mit Plastillin wurden Formen von Knochen und Gelenken nachempfunden und gestaltet, Strudel und Spiralen entdeckt, über Evolution und Bewegungsentwicklung wurde gesprochen und über Druck und Zug und andere Kräfte die auf Knochen und Muskulatur wirken.
Angelica sprach in einem lebendigen Vortrag "Das Gehirn für Anfänger" über grundlegende Gehirnstrukturen, das Gehirn als Beziehungsorgan und wie Bewusstheit enstehen kann.
Das Thema Bewusstheit tauchte dann auch öfters noch auf in dieser Woche, diskutiert wurde auch über zentrale Aspekte aus Moshe Feldenkrais Buch "Bewusstheit durch Bewegung" wie z.B. Selbstbild und Selbstachtung, warum wir Bewegung als Mittel für Entwicklung wählen und vieles mehr.
Bewegungsbeobachtung und begleitende Berührung waren fester Bestandteil beider Wochen, Erfahrungen in Berührung und Kontakt wurden weiter entwickelt.
Die Stimmung war heiter und von viel Humor geprägt, in den Pausen wurde selbstgemachter Holundersirup und Kuchen probiert (eine angenehme Entschuldigung für klingelnde Handys ....) und der blaue Himmel trieb so manchen schon auf die Terrasse zu einem kleinen Sonnenbad.
Das nächste Segment beginnt am 26. Juli und dauert bis 13. August. Als Trainerin leitet Angelica Anke Feldmann die drei Wochen, in den ersten zwei Wochen wird Barbara Haberstock aus München als Assistenz Trainerin da sein und über Kinderentwicklung referieren mit Vorträgen und Videomaterial.
Die Lektionen führen zurück in einen Lebensabschnitt, wo jede Lippenbewegung, jede Berührung, jeder Sinneseindruck, jedes Blickfeld neu ist. Als Erwachsene unterscheiden wir zwischen Bedürfnissen, Empfindungen, Gefühlen, Gedanken, zweckdienlichen Handlungen und Bewegungen, die wir aus Lust und Freude machen. Einem Neugeborenen fehlt dieses Bewusstsein. Es trennt nicht zwischen dem Hungergefühl im Bauch, seinem Schreien, dem Saugen an der Brust, dem warmen, weichen Körper seiner Mutter und derer zärtlichen Berührungen.Vielleicht ist dies ein Grund, weshalb gerade diese ersten Lektionen so wirkungsvoll hinführen zu einem ganzheitlicheren Erleben. Wo wir uns nicht nur bewegt, sondern auch berührt fühlen.
Mir persönlich macht eine solche Entwicklung Hoffnung. Sie berührt mich. Und dies ist der Grund, weshalb mir die Feldenkrais Methode so wichtig ist. Und weshalb ich die ersten Tage einer neuen Feldenkrais Ausbildung als besonderes Geschenk empfinde.
C.H.
Das Feldenkrais Advanced Training mit Angelica Anke Feldmann stand unter dem Titel „Der innere Halt“ und fand vom 24. - 26. April 2009 in Wien statt.
In drei Tagen begaben wir uns auf die feine Suche nach Stabilität und Länge einerseits, äusserer Gelassenheit und Flexibilität andererseits. Und haben einmal mehr erfahren, dass die Entdeckung des Selbstverständlichen eine Reise wert ist.
Moshé Feldenkrais schreibt: „Dieses Gefühl, dass die Wirbelsäule länger wird, begleitet die meisten körperlichen Handlungen, wenn diese richtig ausgeführt werden.“ Bewegung und Länge. Als Referenzpunkt dazu diente eine Lektion Lektion „Walking backwards“. Im Rückwärtsgehen wird die Länge von der Ferse bis zum Scheitel gesucht. Oft gehört, schwer gespürt und noch seltener zugelassen.
Denn innere Länge und Stabilität haben mehr mit Zulassen oder Loslassen zu tun, als unserer Willkür recht ist. Es bedingt das Abwenden von Wollen und Erreichen, die Aufgabe von Koppelungen muskulärer Anspannungen aufgrund von Gewohnheiten oder Unsicherheiten, die Hingabe zu Bewusstheit und Empfindung. Erst wenn wir uns auf die Schwerkraft, den Boden einlassen, können wir ihm mithilfe der tiefen Muskulatur widerstehen. Es geht also ans Eingemachte.
In Bewustheit durch Bewegung und Funktionaler Integration, in Experimenten mit Stäben und Rollen, wurden die Bewegungsmöglichkeiten in den Zehen-, Fuß-, Knie- und Hüftgelenken angesprochen, äußere parasitäre Halte- und Bewegungsmuster bewusst gemacht und die tiefere Muskulatur tonisch eingestimmt. Angelica legte dabei Wert auf Bewegungen im Stehen und Gehen, auf die Orientierung im Raum. Wie findet wir inneren Halt in unseren Handlungen?
Nochmals Moshé Feldenkais: „Wenn Wirbelsäule und Kopf richtig gehalten sind, dann wird die Spannung in Beckenboden, Unterleib, Zwerchfell, Kehle und Zunge von ihrem Eigengewicht bestimmt, und jede Einmischung durch absichtliches Einziehen, Steifen oder Vorstoßen ist mit korrekter Haltung unvereinbar.“
Diaphragmen wie der Beckenboden, das Zwerchfell oder die Stimmlippen und die Atembewegung in ihrer räumlichen Ausdehnung spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Sie vermitteln uns ein Gefühl für innere Lebendigkeit, Elastizität und Resilienz und tragen zu einer flexiblen, anpassungsfähigen Stabilität bei.
Die Diaphragmen stehen zueinander in Bezug. Verändern wir eine Ebene, reagieren die anderen. Diese Möglichkeiten wurden im Stehen und Liegen erforscht. Beckenboden, Zwerchfell, Stimmlippen und Gaumen kamen durch Spannung und Lösung, über Atem und Stimme zu Bewusstsein und in Bewegung. Es wurde gestöhnt und gelacht, geseufzt, gesummt, gejodelt und gegähnt.
Und wieder wurde klar, was Bewusstheit bedeutet und bewirkt, dass wir sie nicht gepachtet haben, sondern immer wieder gefordert sind, sie aufleben zu lassen. Ein weiteres Zitat gab uns Angelica auf den Weg: „Dem Äquator vergleichbar, liegt das Zwerchfell im Schnittpunkt zweier großer Hälften des menschlichen Seins: Bewusstem und Unbewusstem, Freiwilligem und Unfreiwilligem, Skelett und Eingeweiden.“ (Mabel Todd). Der innere Halt, die äussere Gelassenheit - leicht, neugierig, angeregt und mit einer Sammlung an ATM und FI Lektionen, theoretischen Inputs, Buchtipps und Zitaten haben wir dieses Seminar abgeschlossen.
Das nächste Advanced Training mit Angelica Anke Feldmann in Wien findet am 7. - 9. Mai 2010 statt. Weitere Informationen unter www.feldmannmoves.com.
Ein Seminarbericht von Christoph Habegger, Wien
Anfang April drehten Mitarbeiter von Canal Alpha, einem lokalen Schweizer Fernsehsender, eine Reportage über die Feldenkrais Ausbildung in Biel/Neuchatel. Ich leitete in dieser Woche die Ausbildung als Gast Trainerin. Die Journalisten interviewten Studentinnen und Studenten und fragten nach deren Beweggründen eine Feldenkrais Ausbildung zu machen. Besonders fasziniert schienen sie von der Tatsache zu sein, dass TeilnehmerInnen durch halb Europa reisten um am Training teilzunehmen. Im Laufe des Vormittags wurden sie immer interessierter und neugieriger und blieben schlussendlich viel länger als geplant. Der Beitrag lief dann abends in den lokalen Nachrichten - hier ist er, viel Spass beim anschauen!
Image by brain_blogger via Flickr
Ian Waterman, ein Metzgerlehrling aus Jersey, zog sich 1971 eine kleine Verletzung zu, die sein Leben radikal verändern sollte. Es geschah das Unfassbare, Stück für Stück verlor Ian das Gefühl für seinen Körper. Eine äusserst seltene Viruserkrankung hatte Ians Eigenwahrnehmung - die Propriozeption - zerstört. Sein Körper hatte kein Gewicht mehr, keine Grenzen, keine Empfindungen, er wusste nicht mehr in welchen Stellungen er verharrte - er war stumm geworden.
Ohne proriozeptiven Sinn fehlt uns jegliche Empfindung für den eigenen Körper. Wenn wir ein Glas halten, detektieren z.B. 250 Sinneszellen pro Quadratzentimeter Hautfläche der Daumen- und Zeigefingerspitze die Rundung, die Textur sowie die Temperatur des gefassten Objekts und wandeln diese Grössen in elektrische Nervensignale um. Gleichzeitig informieren die Rezeptoren in Muskeln, Gelenken und Sehnen das Gehirn über Stellung sowie Bewegung von Arm und Hand.Die Rezeptoren in den Bein- Becken- und Rückenmuskeln sagen uns im Zusammenspiel mit dem Gleichgewichtssinn, welche Stellung wir bezüglich der Senkrechten einnehmen. Durch die Meldung der Fusssohlenrezeptoren weiss das Gehirn, welcher Druck auf die verschiedenen Teile der Fusses aufgeübt wird und berechnet so die Körperneigung (und lässt uns so z.B. die Balance halten im aufrechten Stand oder beim Gehen).
Ian Waterman war nicht gelähmt, seine Muskeln arbeiteten, hatten aber die bisherige Verbindung zum Gehirn verloren. Verzeifelt versuchte er eine Lösung zu finden, die ihm ein Leben ausserhalb vom Rollstuhl erlauben würde. Er begann die Wirkung seiner Gedanken auf die einzelnen Teile seines Körpers zu beobachten und endeckte schliesslich, dass er die Kraft der Visualiserung nutzen konnte. Ian lernte mit Hilfe seines visuellen Systems seinen Körper unter eine neue Kontrolle zu bringen. Er denkt seine Bewegungen, ihre Amplituden, ihre Intensität, ihre Richtungen, wie es ein Choreograph tun würde.
Die Forscher um Eiichi Naito vom Karolinska Institut in Stockholm und andere konnten anhand moderner Technik beobachten, dass die motorischen Gebiete, die vor der so genannten Zentralfurche des Gehirns liegen, selbst dann aktiv sind, wenn die Person sich eine Bewegung vorstellt. Zudem liegt hinter der Zentralfurche (im hinteren Parietalcortex) ein Areal das für die Erstellung der Körperbilder zuständig ist. Es ermöglicht die mentale Repräsentation der Bewegung, die man ausführen möchte. Hier laufen die visuellen und die propriozeptiven Informationen zusammen. Bei Ian Waterman scheint diese Region gelernt zu haben, die motorischen Gebiete auch ohne Propriozeption zu lenken und sie durch visuelle Eindrücke zu ersetzen.
Ian Waterman macht deutlich, welche aussergewöhnliche Fähigkeiten zur Reorgansiation und Plastizität (Formbarkeit) das menschliche Gehirn besitzt. Die Verknüpfungen zwischen den Nerven verändern sich mit dem Erwerb neuer Fähigkeiten. Ian Waterman schaffte es einen neuen Dialog zwischen seinem Gehirn und seinem Köprer aufzubauen. Er kann wieder gehen, mit nach vorn gebeugtem Kopf damit er seine Beine und Füsse sehen kann, und kann sein Leben selbständig führen.
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Vor ca zwei Monaten lernte mein Mann den israelischen Dirigenten Itay Talgam auf der Picnic Medienkonferenz in Amsterdam kennen. Itay Talgam hielt einen Vortrag in dem er anhand von fünf berühmten Dirigenten (wie z.B. Richard Strauss, Herbert von Karajan und Leonard Bernstein) neue, inspirierende Einsichten über Führungsqualitäten, Management und Teamarbeit darstellte. Itay Talgam erforscht die magische Beziehung zwischen Dirigent, Musikern und Publikum. Was die wichtigste Fähigkeit eines Dirigenten sei? "To be able to connect people"( "Fähig sein Menschen in Verbindung zu bringen")! Mit beeindruckenden musikalischen Beispielen aus Konzerten zeigt er, wie dies auf sehr verschiedene Art und Weisen statfinden kann.....mit Strenge oder Fokus, über Kontrolle oder Vertrauen, über Form oder Prozess, fast getanzt oder nur minimalistisch. Seine berührende Homage an seinen Mentor Bernstein gegen Ende des Vortrags zeigt wie Bernstein "is starting from the meaning" ("mit der Bedeutung beginnt") und wie stark bei Bernstein der Dialog, die menschliche Konversation im Vordergrund ist. Man sieht wie Bernstein Musik und Musiker nicht kontrolliert oder dirigiert, sondern gleichsam im Prozess aufgegangen zu sein scheint, sich vollständig hineingegeben hat in die Welt seiner inneren Empfindungen und in der Lage ist dies im Kontakt und Dialog mit dem Orchester zu tun. Ein wunderbarer Film über Körperausdruck, Musik und Kommunikation. Auch Itay Talgam ist ein Erlebnis, seine Expressivität, sein Humor und seine Lebendigkeit. Ich freue mich schon sehr darauf ihn persönlich kennenzulernen. Der Vortrag ist auf englisch, aber sehr einfach zu verstehen und die eingeblendeten Beispiele aus Konzerten sprechen sowieso für sich.
Itay Talgam at PICNIC08: Conducting Creativity from PICNICCrossmediaweek on Vimeo.
Unter diesem Titel steht der 20minütige TED Talk von Barry Schwartz, Wirtschaftspsychologe aus USA, der sich darüber auslässt wie wir eine Kultur der Mittelmässigkeit schaffen, indem wir Menschen in ein Korsett von Reglementierungen und künstlich geschaffenen Leistungsanreizen stecken. Er spricht über die Fähigkeit zur Improvisation, zu angemessenem Handeln im Moment, zu Empathie und Mitgefühl als Ausdruck menschlicher Weisheit. Weisheit beruht seiner Ansicht nach auf Erfahrung, auf der Fähigkeit durch Fehler zu lernen und er sagt "Du musst nicht brilliant sein um weise zu sein, aber ohne Weisheit ist Brillianz nicht genug" . Barry Schwartz ruft dazu auf aufmerksamer zu sein dafür was wir tun, wie wir es tun und welche Strukturen wir innerhalb der Organisationen in denen wir arbeiten und leben unterstützen. Weitere Themen in seiner Rede sind u.a. wie wir eine neue Einstellung gegenüber moralischem Handeln entwickeln können; uns fragen was unsere Verantwortung ist und nicht nur schauen was am besten den eigenen Interessen dient, ganz im Sinne von Barack Obama " We must ask not just is it profitable, but is it right" ("Wir müssen nicht nur fragen ist es profitabel, sondern ist es richtig?"). Die Wiederentdeckung gesellschaftlicher Tugenden und ein leidenschaftliches Plädoye für den "gewöhnlichen Helden"- made in USA, aber sehr relevant in einer global vernetzten Welt in der Krise. Leider nur in englisch - aber sehr empfehlenswert!




